
Der Eintritt ist frei

Der Untertitel lässt vielleicht denken: Ach, ein Buch für eine kleine Zielgruppe, das interessiert nur Menschen, die stottern oder jemanden kennen, der stottert? Irrtum! Warum war dann der Film The King's Speech im letzten Jahr so enorm erfolgreich, gewann vier Oscars? Millionen Menschen auf der Welt haben diesen Film gesehen und waren tief berührt vom Kampf des britischen Königs George VI mit seinem Handicap, dem Stottern.
Wer interessiert sich nicht für weitere spannende Erzählungen aus dem Leben prominenter Persönlichkeiten? Denn was nur wenige wissen - auch der Maler Marc Chagall, die Schauspielerin Marilyn Monroe, der Philosoph Ludwig Wittgenstein und die Schriftstellerin Maxie Wander haben gestottert.
Sowie noch heute der Politiker Malte Spitz vom Bundesvorstand der GRÜNEN. Sie alle werden von Gerd Riese literarisch porträtiert.
Hat denn nicht beinahe jeder SEIN besonderes Hindernis, was immer es auch sei, mit dem er im Leben zu ringen hat?

Zudem besuchte Gerd Riese Stotterer-Selbsthilfegruppen. Dort gab es keine prominenten Namen, aber mitreißende Erfahrungen: Stotternde ließen ihn teilhaben an ihrer Auseinandersetzung mit einem kleinen großen Handicap.
Die reichen Impulse dieser langen Abende bildeten den Stoff für zahlreiche dramatische Erzählungen: Maximilian ist ein 9-jähriger Junge, Zweistein ein aufbegehrender Jugendlicher, Ismael ein türkischstämmiger Arzt, Björn ein Mann auf Freiersfüßen, Franziska eine Studentin vor dem Examen und Frank schon jenseits der 50. Sie alle stottern. Aber sie stecken den Kopf nicht in den Sand: Jetzt erst recht!
Ein Buch, das von der Balance zwischen Akzeptanz und Widerstand handelt, vom großen Trotzalledem, von Kampf und von Gelassenheit, vom Mut - und manchmal gar vom Glück.